Forever ever ever?

Vom ewigen Sommer träume ich manchmal, das wäre herrlich. Immer im T-Shirt, offene Fenster, baden, Party, gute Laune. Alles grün.

Mit diesem Segen müsste aber vorsichtig umgegangen werden: Einmal nicht aufgepasst und schwupps, schon hat man den Stierkampf erfunden: Stolzierende Männer quälen zur Erbauung des Volkes Tiere zu Tode. Klingt ein bisschen wie der wahrgewordene Traum der AfD, nur statt mit Flüchtlingen eben mit Stieren.

Trotzdem: Mehr Sonne!

Wohin in Sevilla?

Das Labyrinth im Garten des königlichen Palastes in Sevilla sollte man besuchen, bevor die Kinder so groß sind, dass sie über die Gänge bildenden Hecken blicken können. Den Tag lässt man dann zu zweit bei Tapas und Wein ausklingen, bis die Palastwachen die Sprösslinge im Hostel abliefern.

Nach dem Klick ein paar Panoramen

Eine spanische Marquesa namens Theresa*

Zum Glück bin ich gestern zeitiger ins Bett gegangen, kurz nach dem Einschlafen sitze ich nämlich schon im Flugzeug. Müde, der Taxi-Fahrer zum Flughafen wollte Gott sei Dank kaum sprechen. Die Liebste will auch im Bericht vorkommen, also kleine Korrektur: Der Taxifahrer wollte mit mir nicht sprechen, mit Julischka schon. Wo es denn hingehe, musste sie ihm erzählen, so kurz nach dem Einschlafen und lange vor dem Aufwachen. Sevilla diesmal.

Aufwachen!

Na shledanou!

„Und, kann man in Tschechien rumfahren? Lohnt sich das?“, werde ich nach Rückkehr in den Alltag gefragt. Man kann, es lohnt sich auch. Das Land ist ziemlich klein – alle seine 10,5 Millionen Einwohner würden locker in eine mittlere chinesische Stadt passen – man muss also etwas aufpassen, dass man nicht zu schnell durchgefahren ist. 4 Autobahnen gibt es, behauptete jedenfalls ein minderjähriger Mitfahrer, überprüft habe ich das nicht.

Weiter, immer weiter!

Nachteile des Campens

Als ich heute morgen erwachte
Mit Blick auf den See, die Sonne lachte
Stand im Wasser die Liebste nackt
Von hinten ihr Anblick eine Pracht

Ich setzte mich auf, die Sicht zu genießen
Sanft rauschten die Bäume, summten die Wiesen
Ihren Po suchte ich, und die Beene
Doch wo sie grad stand, schwammen zwei Schwäne

Und die flogen dann auch noch mit singenden Schwingen davon.

Jedes Jahr im Urlaub

packt die geliebte Gemahlin ein großer Ehrgeiz. Die Bezeichnung Gemahlin rührt übrigens von ihrer vorzüglichen Kocherei und entbehrt nicht etwa deshalb nicht des Buchstaben H, weil sie gemalt untrefflich aussehen würde, im Gegenteil. Außer wenn ich sie malte, denn das zählt nicht zu meinen ohnehin schon spärlich vorhandenen Talenten. Zu diesen rechnet die verehrte Gemahlin das Dichten, weshalb, und damit nähere ich mich endlich dem erwähnten Ehrgeiz, weshalb ich in jedem Urlaub kunstvoll gereimte Banalitäten erfinden muss. Hauptsache, sie passen auf eine Zeile. Die gepriesene Gemahlin schreibt diese dann nämlich auf Postkarten mit Fotos der momentan besuchten Gegend, da ist es wichtig, dass die Zeilen nicht zu lang sind. Früher mussten die Kinder die Fotos malen, heute muss nur noch ich dichten.
Daher schwebt mit dem ersten Urlaubstag ein Damoklesschwert über mir, es ist postgelb und fällt mit den Worten „Und, ist Dir schon ein netter Vierzeiler eingefallen?“ polternd auf mich herab. Jeden Tag im Urlaub.

„Sperrt mich das nächste Mal in den Keller,“

„wenn ich auf so eine blöde Idee komme!“,

sagt der Blick der jungen Frau, die gerade von ihren Freunden angefeuert wird: 10, 9, 8 … Sie steht auf der falschen Seite des Geländers auf der Brücke, die sich in geschätzten 50 Meter Höhe über den Orlik-Stausee spannt, hat ein Gummiseil an den Knöcheln und diverse Gurte und Karabiner um den Leib gehängt.

Bei 0 oder Los oder was man da auf Tschechisch so ruft, soll sie sich hinunter stürzen, warum auch immer.
Als sie noch auf der richtigen Geländerseite stand, wirkte sie ganz cool, nichts könne ihr geschehen, klar springt sie gleich in die Tiefe. Das ist mit fünf Minuten eine kleine Ewigkeit her oder fand sogar in einem anderen Leben statt. 4, 3, 2, sie schließt die Augen, 1, Zmrzlina (o.s.ä.) – und sie springt tatsächlich. Mir knallt das Adrenalin gegen die Schädeldecke, scheinbar von innen und außen gleichzeitig. Warum machen Menschen sowas, wenn doch Zugucken völlig ausreicht… Das würdelose kopfüber Baumeln erspart man sich dann auch.

Zwei Stunden später, zwischendurch haben wir am Horizont schon die gewaltigen Kühltürme des Kernkraftwerkes Temelin gesehen, parken wir den Bus in Sichtweite der Brücke am Ufer des Sees, wie mit einem unsichtbaren Bungee-Seil hat sie uns wieder zu sich zurückgeschnippst. Nirgendwo sonst war ein passender Platz für Zelt und Bus gleichzeitig zu finden. Genau hier stehen wir perfekt.

Na shledanou!