Im Land der kritischen Störche

Wenn Julischka einen weißen Pullover mit schwarzen Ärmeln trüge, könnte sie in ihren schicken roten Strumpfhosen konzentriert auf einem Feld schreiten und aufpassen, dass der Bauer richtig mäht. Oder einfach am Straßenrand stehen und fremde Autofahrer zum Anhalten und Fotografieren bringen. So machen das alle Störche hier.
Stattdessen wirft sie ihren kritischen Blick auf eine Wiese am See und sagt nach einer Weile: „Ja, hier können wir bleiben.“

Kein Frosch weit und breit, nicht mal eine Maus.

Eine feste Burg ist unser Gott

„Mapsine sagt völlig sinnloserweise jedesmal den Straßennamen mit, dabei steht hier nirgendwo ein Schild, das den anzeigen würde.“ Wir streifen gerade Warschau und hetzen zwischen rasenden Cayennes und BMWs Richtung Osten, Rage against the Machine brüllen „Bullet in your Head“ auf die Rückbank.
„Beim nächsten Kreisverkehr zweite Ausfahrt nehmen, um auf Droga Kachowa 8 zu bleiben.“, wiederholt Mapsine stoisch und wir wollen natürlich auf Droga Kachowa [1] bleiben und gehorchen. They say ‚Jump!‘ and you say ‚How high?‘
Die Nacht verbringen wir auf einem der wenigen polnischen Zeltplätze, uns fällt wieder ein, dass die Menschen hier eher auf feste Häuser stehen. Das liegt wahrscheinlich am Glauben.

[1] Eigentlich heißen die Landesstraßen Droga krajowa, nur spricht die Maschine das falsch aus. Noch. Wir dachten erst, dies wäre ein Straßenname.

Tschechien ist Weltmeister!

Diese Denkmal in Cinovec erinnert an historisches Sieg Lubomir Chesusov in Hürdenlauf im Jahr 24 vor Christus. Denkmal wurde von Hondras Stejnmetzik nach Vorbild Zielfoto gegossen, Uhren damals hatten nicht Zehntelsekunde.

Lubomir Chesusov beim Zieleinlauf

Forever ever ever?

Vom ewigen Sommer träume ich manchmal, das wäre herrlich. Immer im T-Shirt, offene Fenster, baden, Party, gute Laune. Alles grün.

Mit diesem Segen müsste aber vorsichtig umgegangen werden: Einmal nicht aufgepasst und schwupps, schon hat man den Stierkampf erfunden: Stolzierende Männer quälen zur Erbauung des Volkes Tiere zu Tode. Klingt ein bisschen wie der wahrgewordene Traum der AfD, nur eben nicht mit Flüchtlingen.

Trotzdem: Mehr Sonne!

Eine spanische Marquesa namens Theresa*

Zum Glück bin ich gestern zeitiger ins Bett gegangen, kurz nach dem Einschlafen sitze ich nämlich schon im Flugzeug. Müde, der Taxi-Fahrer zum Flughafen wollte Gott sei Dank kaum sprechen. Die Liebste will auch im Bericht vorkommen, also kleine Korrektur: Der Taxifahrer wollte mit mir nicht sprechen, mit Julischka schon. Wo es denn hingehe, musste sie ihm erzählen, so kurz nach dem Einschlafen und lange vor dem Aufwachen. Sevilla diesmal.

Aufwachen!

Na shledanou!

„Und, kann man in Tschechien rumfahren? Lohnt sich das?“, werde ich nach Rückkehr in den Alltag gefragt. Man kann, es lohnt sich auch. Das Land ist ziemlich klein – alle seine 10,5 Millionen Einwohner würden locker in eine mittlere chinesische Stadt passen – man muss also etwas aufpassen, dass man nicht zu schnell durchgefahren ist. 4 Autobahnen gibt es, behauptete jedenfalls ein minderjähriger Mitfahrer, überprüft habe ich das nicht.

Weiter, immer weiter!