Na shledanou!

„Und, kann man in Tschechien rumfahren? Lohnt sich das?“, werde ich nach Rückkehr in den Alltag gefragt. Man kann, es lohnt sich auch. Das Land ist ziemlich klein – alle seine 10,5 Millionen Einwohner würden locker in eine mittlere chinesische Stadt passen – man muss also etwas aufpassen, dass man nicht zu schnell durchgefahren ist. 4 Autobahnen gibt es, behauptete jedenfalls ein minderjähriger Mitfahrer, überprüft habe ich das nicht.

Weiter, immer weiter!

Nachteile des Campens

Als ich heute morgen erwachte
Mit Blick auf den See, die Sonne lachte
Stand im Wasser die Liebste nackt
Von hinten ihr Anblick eine Pracht

Ich setzte mich auf, die Sicht zu genießen
Sanft rauschten die Bäume, summten die Wiesen
Ihren Po suchte ich, und die Beene
Doch wo sie grad stand, schwammen zwei Schwäne

Und die flogen dann auch noch mit singenden Schwingen davon.

„Sperrt mich das nächste Mal in den Keller,“

„wenn ich auf so eine blöde Idee komme!“,

sagt der Blick der jungen Frau, die gerade von ihren Freunden angefeuert wird: 10, 9, 8 … Sie steht auf der falschen Seite des Geländers auf der Brücke, die sich in geschätzten 50 Meter Höhe über den Orlik-Stausee spannt, hat ein Gummiseil an den Knöcheln und diverse Gurte und Karabiner um den Leib gehängt.

Bei 0 oder Los oder was man da auf Tschechisch so ruft, soll sie sich hinunter stürzen, warum auch immer.
Als sie noch auf der richtigen Geländerseite stand, wirkte sie ganz cool, nichts könne ihr geschehen, klar springt sie gleich in die Tiefe. Das ist mit fünf Minuten eine kleine Ewigkeit her oder fand sogar in einem anderen Leben statt. 4, 3, 2, sie schließt die Augen, 1, Zmrzlina (o.s.ä.) – und sie springt tatsächlich. Mir knallt das Adrenalin gegen die Schädeldecke, scheinbar von innen und außen gleichzeitig. Warum machen Menschen sowas, wenn doch Zugucken völlig ausreicht… Das würdelose kopfüber Baumeln erspart man sich dann auch.

Zwei Stunden später, zwischendurch haben wir am Horizont schon die gewaltigen Kühltürme des Kernkraftwerkes Temelin gesehen, parken wir den Bus in Sichtweite der Brücke am Ufer des Sees, wie mit einem unsichtbaren Bungee-Seil hat sie uns wieder zu sich zurückgeschnippst. Nirgendwo sonst war ein passender Platz für Zelt und Bus gleichzeitig zu finden. Genau hier stehen wir perfekt.

Na shledanou!

Bei Stepan

Knoblauchsuppe muss ich immer bestellen, wenn ich sie auf der Speisekarte finde. Česnečka. (Ich kriege das mit dem Hatschek übrigens auch bloß durch Copy&Paste hin.)
Jedenfalls gibt es die komischerweise immer seltener, wahrscheinlich, weil sie, ebenso wie das Cassoulet in einem skurrilen Buch, von Generation zu Generation weitergegeben wird, ohne dazu umständlich vom Herd genommen zu werden. Lange Rede, kurzer Sinn: Am Sonntag haben wir so eine kleine Kneipe entdeckt, im Niemandsland zwischen Zwergenmarkt und Tankstelle, sehr netter Wirt, Nichtraucherkneipe. Im OsterGebirge. Es gibt auch Smažený sýr.

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