Wohin in China?

OMG, worauf lasse ich mich da ein… Ich habe so gut wie keine Ahnung von China, das Land ist riesig, außer den vorgeplanten Städten Hongkong, Peking, Shanghai und Hangzhou habe ich noch keine Idee. Mit dem Zug von Hongkong bis Peking dauert allein ungefähr 24 Stunden – wenn man durchfährt.

Die rot umkreisten Orte sind „Pflicht“. Am 16. oder 17.04. verlasse ich Hongkong, in Shanghai/Hangzhou treffe ich am 29.04. die Liebste. (Klick auf die Karte vergrößert diese)

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Völliga Irrsinn,

die ham die Schleusen vakooft, jetz komm‘ jeden Tag fümf Leute, eena putzt die LEDs, eena übaprüft die Elektrik, eena die Schleusentore und so weiter, wenn’s regnet, stehn hier manchmal fümf Autos rum, in jedem sitzt eena und liest Zeitung.

Der Mann, der das Haus an der Schleuse Liebenwalde ersteigert hat.

Deutschland, deine Busreisen!

In Deutschland reist man archaisch mit dem Bus. Was gäbe man dafür, in einem rasant beschleunigendem Shinkansen Hikari Superexpress zu sitzen, nichts wackelt, am Tisch lässt sich problemlos die Tastatur benutzen, die Landschaft rast vorbei und nach nicht einmal zwei Stunden ist man in München, nicht zu satt und nicht zu hungrig von den Onigiris, die von bildhübschen Japanerinnen unterwegs gereicht werden.

Oder wenigstens in einem Schlafabteil der russischen Eisenbahn, draußen ist es dunkel, man schreibt noch ein wenig am Tisch, nichts wackelt, die Tastatur lässt sich problemlos benutzen, dazu ein Dosenbier oder ein Tee von der Deschurnaja, ein paar gestotterte Gespräche mit Mitreißenden, frisch und munter steigt man nach acht Stunden Schlaf in München aus.

Doch wir sind in Mitteleuropa, in Deutschland, dem Land, das eine der ersten Eisenbahnen der Welt betrieb. Mittlerweile, reichlich hundertachtzig Jahre später, ist der Zug finanziell dem Bus hoffnungslos unterlegen, hinzu kommt eine fatale Ausdünnung der Strecken. Dresden – München verschlingt im günstigsten Fall sechseinhalb Stunden und kostet das Doppelte des Busses, mindestens einmal umsteigen muss man außerdem.

Und so sitzt man da, weiß, wie es besser wäre und kann trotzdem nichts ändern. Die Sitze durchgesessen, die Autobahn voll, bei dem Gewackel undenkbar, den Tisch genannten Ausklappmechanismus ernsthaft zu benutzen.

Moskau, Moskau

Donnernder Applaus

Ihr Lieben,

nur ganz kurz: Wir (ich, die Liebste war ja schon hier) sind mit Blitz und Donner über Scheremetjevo niedergegangen. Es gab tatsächlich einen Blitzeinschlag im Flughafen, eine Massenpanik, Schlägerei, einen oder mehrere Tote. Außerdem fiel die gesamte Elektronik aus. Unser Flugzeug und alle, die kurz vor und lange nach uns landeten, wurden per Hand abgefertigt, niemand durfte seinen Sitz verlassen. Bis zehn vor 0 Uhr saß ich, der letzte Aeroexpress vom Flughafen zum Belorusski Woksal fährt 0:30 Uhr…

Oh jemine! Schnell weiterlesen!

Воспоминания

März 1990, Leningrad, minus 15 Grad, ein Kino am Rande der Stadt. In der DDR findet in wenigen Stunden die erste und letzte freie Volkskammerwahl statt. „Rauchen verboten!“ sagte der Milizionär am Einlass, die Saalluft stand vor Wodka und Qualm, es war völlig überfüllt. Die russischen Punks waren optisch harmlos, sah man von den vielen freien Oberkörpern ab. Ich selbst im dünnen T-Shirt, ein Leningrader schenkte mir später seinen schwarz-weiß gestreiften Baumwollpullover, der in den Jahren danach langsam an mir zerfiel. Es war eine wilde Nacht. Ich musste am frühen Morgen den langen Weg durch die Kälte zurück ins Hotel finden, mein Klassenlehrer erwartete die Anwesenheit aller beim Frühstück.

Es spielte damals nicht Distemper, aber so ähnlich war es, die Namen der Bands habe ich leider vergessen.

Heinz und Gerda

Wer die Gelegenheit hat, Heinz und Gerda kennenzulernen – und diese Gelegenheit haben alle, die in ihre akustische Reichweite kommen – stellt bald fest, dass es sich bei den beiden, entgegen des ersten Eindruckes, nicht um ein gemischtgeschlechtliches Paar Menschen handelt, sondern wahrscheinlich um eine Art Fledermäuse. Insbesondere das Männchen stösst mit hoher Regelmäßigkeit die für die Gattung charakteristischen Rufe ‚Gammordorniwissn‘ und ‚Häddnsejamadranschreimgönn‘ aus, mit welchen es Artgenossen zur Lautgabe auffordert und dem Weibchen sein Bemühen um Orientierung und Wehrhaftigkeit in einer dem eigenen Wohnzimmer fremden Umgebung signalisiert. Biologen rätseln momentan über den Sinn eines solchen Verhaltens: Einerseits schliesst das schlechte Gehör der Art eine Echoortung aus, anderseits dürfte die permanente Geräuschabgabe nach einhelliger Meinung kein fortpflanzungsbegünstigendes Kriterium sein. Vom Aussterben sind die Tiere jedoch zum Glück nicht bedroht. Wissenschaftler der Universität Leipzig glauben sogar, in den Rufen sächsischen Dialekt erkannt zu haben. Auf diesem Gebiet ist also weitere Forschung nötig, bevor wir Heinz und Gerda besser verstehen werden.