Planlos in 臺灣

Eine Teilnahme am Swimming Carnival of Sun Moon Lake am 28.9. wäre natürlich der Hammer gewesen, man darf im Sonne-Mond-See nur an diesem einen Tag schwimmen. Aber dafür hätte ich lange vorplanen – was mir nicht liegt – und außerdem überhaupt erstmal davon wissen müssen. Alles Betteln per E-Mail war fruchtlos, no registration, no participation. Andererseits enthebt mich das vom Stress, an diesem Tag hier noch eine Übernachtungsmöglichkeit zu benötigen, die preiswertesten fangen um dieses Event herum bei 1000 Euro pro Nacht an.

Die Hotels auf der anderen Seite des Sonne-Mond-Sees sind das Ziel
Schade. Das Wasser ist leicht wärmer als morgens in der Schwimmhalle Freiberger Straße, die drei oder dreieinhalb Kilometer hätte ich auch locker geschafft, erst recht, wenn 25.000 Mitschwimmys motivieren.

So teuer ist Taiwan natürlich nur zu besonderen Anlässen. Die Hostels haben bisher zwischen 10 und 25 Euro gekostet, waren super sauber und wohldurchdacht. Im Gegensatz zu Indien, China oder Japan lernt man Menschen aber schwerer kennen, ich glaube nämlich nicht, dass ich neuerdings auf Reisen weniger verquatscht bin. Am schönsten war es bisher in Taipeh bei meinem Großen, er studiert dort für ein Semester ☺️. Danke! ❤️ Mit 35 Grad – laut Wetter-App gefühlt 40 – 42 und einer relativ hohen Luftfeuchte ist mir aber schon nach der ersten Nacht zu warm. Wohin als erstes?

Ursprünglich war alles genau geplant. Eine Woche rumtingeln, dann die Liebste auf ihrer Dienstreise begleiten, inklusive Chinesisch-Kurs und Tee pflücken, Kulturprogramm und zwischendurch mal zum Schnorcheln verschwinden – doch sie brach sich kurz vorher den Fuß und ich bin nun 4 Wochen allein unterwegs.
Das entstandene Glücksloch muss mit Delfinen gefüllt werden, womit sonst.

Whale Watching kann man an der Ostküste in Hualien, der dortige Taroko-Nationalpark lädt theoretisch auch wunderbar zum Wandern ein, seit einem heftigen Erdbeben vor anderthalb Jahren ist er aber weitgehend gesperrt. Die ganze Stadt leidet noch heute unter Tourismus-Schwund. Im Wow-Hostel schläft es sich für 10 Euro pro Nacht in einer eigenen Koje super.
Leckeres Essen findet man auf jedem Meter, Fahrradtouren um den Jiu Lake und kurze Wanderungen in den ersten Ausläufern des Taiwanischen Zentralgebirges gibt’s auch. Und Delfine.

Ein vor Freude springender Babydelfin! 🥰 Leider ein bissl unscharf durch das Zoomen, wer in Zukunft mehr will, muss mir ein besseres Handy schenken… 😘

Normalerweise bucht man solche Touren vor. Ich saß ein bisschen ziellos im Hualien Shuttle Bus Nr. 310 herum, der fährt immer im Kreis unter anderem einen Teil der Sehenswürdigkeiten ab. Als wir am Hafen an einer Wal-Statue vorbeikamen, bin ich ausgestiegen. Das Boot wollte gerade ablegen, ließ das Sonntagskind aber noch mitfahren (800 Taiwan-Dollar / 22 Euro). Zum Glück für alle, ich war der erste, der die Delfine entdeckte! 🐬
Vom Chinesisch sprechenden Tourguide kann ich leider nichts wiedergeben, es kam keine der mir bekannten ca. 25 Vokabeln vor. Ich weiß nicht einmal, was Delfin heißt.
Whale Watching ist allerdings nicht ganz so mein Ding, zwischenzeitlich ähnelte es eher einer Jagd, immer der Herde hinterher. Reinspringen und mit den Tieren der Sonne entgegenschwimmen durfte ich auch nicht.

Ein paar Tage später wurde es mir zu langweilig und es ging zurück über Taipeh nach Taichung, für eine Nacht ins Su Taichung Hostel. Abenteuer und gute Laune findet man in dieser Millionenstadt beim Schwitzen per Fahrrad zum Night Market, wo jede Menge Leckereien und Millionen Shops mit Handyhüllen die Jugend der Stadt betören.

Jetzt sitze ich gerade im Hostel am Sonne-Mond-See und bezirze die Rezeption nochmal, ob nicht über Beziehungen… „Nein, Schwimmteilnahme nicht möglich!“
Dann düse ich eben mit eBike und Moped durch die Gegend, mit flatterndem Hemd, bis zur Ci‘en-Pagode und schippere mit dem Boot über den See.

Zum Essen: Lecker. Straßenessen oder kleine Kneipen sind sehr preiswert, es gibt viel Fisch, Sushi, Tofu, Fleisch, Reis, Nudeln, Krokodile 😳 (nicht probiert). Tagsüber bin ich großer Fan der Konbinis. Falls ich nochmal zwei Kinder bekommen sollte – wovor, was auch immer, mich bitte bewahren möge, ich habe ja drei wunderbare und noch dazu zwei reizende Enkelinnen – würde ich sie 7eleven und Onigiri nennen. 😁 Passt zu jedem Nachnamen, oder?

Zum Rumfahren selbst gibt es nicht viel zu sagen, die Züge sind schnell bis superschnell, pünktlich, preiswert, sauber, online wie offline einfach zu buchen. Busfahren ist manchmal anstrengend, weil GoogleMaps-Angaben zu Haltestellen und Abfahrtszeiten teilweise nicht stimmen und die Suche in der unvorstellbaren Hitze Zeit und Nerven raubt, aber bisher immer gut ausging. Viele Leute sprechen wenigstens rudimentär Englisch.

Mal gucken, wohin es als nächstes geht.
Da Typhoon Ragasa für Regen und „kühlere“ Temperaturen um die 30 Grad herum sorgt, werden es wahrscheinlich ein paar Museen sein.

Geschrieben mit mytripismytrip *live @ Saga Stage – Bucht der Träumer 2023